Bunte Ostereier für Groß und Klein
Bunte Ostereier für Groß und Klein

Von Gründonnerstag (20.3.) bis zum Ostermontag (24.3.) feiern wir das älteste und höchste Fest der christlichen Kirchen: Das Osterfest.

Was für einen Hintergrund haben diese Feiertage? Was hat der Osterhase mit den bunten Eiern zu tun? Alle wichtigen Informationen haben wir für Dich zusammengefasst - dazu findest Du Ideen, Tipps und kreative Techniken für die schönsten Ostereier.

Wir wünschen Dir und Deiner Familie ein frohes und sonniges Osterfest!

Ostern: Ursprung und Brauchtum

Das Osterfest - Was wird da gefeiert? Ostern ist ein christliches und traditionelles Familienfest, die Christen feiern die Auferstehung Jesu von den Toten. Der Gründonnerstag erinnert an das Abendmahl vor der Kreuzigung Jesu, der Karfreitag (auch "Stiller Freitag") ist der Überlieferung nach der Todestag von Jesus Christus. In der katholischen Kirche beginnt das eigentliche Osterfest erst mit dem Osternachtsgottesdienst am Abend des Karsamstags (erster Tag nach Jesu Tod, Tag der Grabesruhe). Diese Messe begann früher, wie die Christmette, traditionell erst um Mitternacht. In der katholischen Liturgie wird diese Messe u.a. mit der Segnung des Osterfeuers, Entzündung und Einzug mit der Osterkerze in die Kirche etc. begangen. Der Ostersonntag ist für alle Christen der wichtigste Tag der Osterfeiertage. An diesem Tag soll die Freude über die Auferstehung des Herrn zum Ausdruck gebracht werden: Die Hoffnungslosigkeit ist vorbei, und das Leben darf wieder in vollen Zügen genossen werden. Der Ostermontag schließt das Osterfest ab. Ob der Name "Ostern" von der germanischen Frühlingsgöttin Ostara, von der Himmelsrichtung Osten oder gar einem anderen Begriff abgeleitet wird, ist übrigens bis heute nicht eindeutig geklärt.

Woher kommt das Osterei und warum wird es bemalt? Die geläufigste Theorie zum Brauchtum des Eierfärbens ist die, dass in der Fastenzeit bzw. in der Karwoche vor Ostern keine Eier, die als "flüssiges Fleisch" galten, gegessen werden durften. Um den Eierüberschuss, der von den Hühnern in dieser Zeit gelegt wurde, haltbar zu machen, kochte man die Eier ein. Durch eine Einfärbung (und anschließender Segnung) der bunten Eier - in vielen Kirchen wurden und werden heute noch zu Ostern Speisen gesegnet - konnten diese geweihten Eier von anderen unterschieden werden. Ein alter Volksglaube besagt, dass Eier, die am Gründonnerstag gelegt oder an Ostern geweiht wurden, als besonders heilbringend gelten und vor Krankheit schützen. An Ostern endete dann die Fastenzeit, und man genoss in der Familie ein gesegnetes Ostermahl mit vielen Eierspeisen.

Was hat der Osterhase mit den Eiern zu tun?
Sehr wahrscheinlich ist wohl folgende Erklärung: Das Osterfest fällt immer auf den ersten Sonntag nach dem Frühlingsvollmond (2008: Frühlingsbeginn 20.3., Vollmond 21.3., Ostersonntag 23.3.). Der Osterhase bekam erst nach und nach seine Berühmtheit, als es in Familien Tradition wurde, die bunten Ostereier zur Verschleierung ihrer "gewöhnlichen" Herkunft zu verstecken. Da der Hase im Frühling auf der Suche nach Nahrung in die Nähe der Gärten und Häuser der Menschen kommt, wurde von den Eltern gegenüber ihrer Kinder einfach der Hase für die bunten Eier verantwortlich gemacht. Und da ein Hase beim Eierlegen natürlich nicht beobachtet werden konnte, kam es zum Verstecken der Eier. So gab es, je nach Region, viele phantasievolle Erklärungen rund um die bunten Eier und den geheimnisumwitterten Eierbringer. Der Osterhase als neumodisches Symbol zu Ostern setzte sich aber erst im 19. Jahrhundert durch Bilderbücher zum Osterfest und die Schokoladen- und Spielzeugindustrie durch.  

Trickreich: Die besten Eier-Tipps

Die wichtigsten Hinweise und Tipps zu Beginn der großen Eier-Kocherei kurz zusammengefasst:

•    Alle Eier sollten vor dem Ausblasen, Kochen und Färben gesäubert und auf Risse überprüft werden.
•    An weißen Eiern mit glatter, unbeschädigter Oberfläche haftet die Farbe später am besten und sieht leuchtender aus als auf braunen Eiern, die auch mit bunten Farben eher erdige, natürliche Farbtöne annehmen. Für alle Arten der Färbung gilt: Je länger die Eier im Farbbad liegen, desto dunkler und intensiver die Farben.
•    Ein Frischetest für Eier: Das Ei in ein Glas Wasser legen. Sinkt es flach auf den Boden, ist es frisch. Schwebt es senkrecht oben im Wasser, ist es alt.
•    Der Salz-Trick: Wenn man einen Teelöffel Salz ins Kochwasser gibt, laufen gesprungene Eier nicht aus. Übrigens: Damit Eier nicht platzen, sollte man sie nicht direkt aus dem Kühlschrank ins kochende Wasser legen, sondern etwas eher rausnehmen und Zimmertemperatur annehmen lassen.
•    Essig für ein gutes Ergebnis: Damit die Eierschale von Fettrückständen befreit wird und die Farbpigmente besser annehmen kann, sollte beim Färben immer Essig verwendet werden. Man braucht pro Liter Wasser etwa einen Teelöffel Essigessenz, die am besten direkt mit ins Kochwasser gegeben wird. Tipp: Auch den Herkunftsstempel kann man durch vorsichtiges Einreiben mit Essig entfernen.
•    Wenn gefärbte Eier vorsichtig mit Küchenpapier abgetupft und auf ein Gitter zum Trocknen gelegt werden, bilden sich kaum ungewollte Farbflecken auf dem Ei.
•    Um Eier abschließend zum Glänzen zu bringen: Nach dem Trocknen die Eier mit einer Speckschwarte, etwas Speiseöl oder Margarine einreiben und mit einem Küchentuch vorsichtig blank polieren. 

Appetitlich: Eier für den Frühstückstisch

Es gibt viele tolle Methoden, die Eier für den Ostertisch, die zum Verzehr gedacht sind, einzufärben und zu verzieren. Eigentlich fast zu schade zum Essen ...

Färbung durch Krepp- oder Seidenpapier: Variante 1: Heißes Wasser in einige Schälchen oder Keramik-Tassen geben. Buntes Krepp-Papier (pro Farbe ein Gefäß) dazugeben und gekochte Eier einige Minuten hineinlegen. Übrigens: Das Krepp-Papier kann auch direkt beim Eierkochen ins sprudelnde Wasser gegeben werden. Variante 2: Die gekochten und noch nassen Eier mit Schnipseln aus Seidenpapier bekleben, alles trocknen lassen und das Papier wieder entfernen. Bei dieser Methode am besten mit Handschuhen arbeiten, da das Papier sehr abfärbt.

Gesprenkelte Eier: Benötigt werden hierbei Farbe aus dem Tuschkasten, ein Teesieb und eine alte Zahnbürste. Die Eier können zunächst im Farbenbad vorgefärbt werden. Das Teesieb über das Ei halten und mit der im Tuschkasten eingefärbten Zahnbürste über das Sieb streichen. Für Künstler: Zusätzlich können mit einem dünnen Pinsel noch zierliche Blumen oder andere Muster aufgezeichnet werden.

Für ein interessantes Muster: Eine halbe Handvoll Reiskörner und eine Ostereierfarbe in einen Frischhaltebeutel geben, die Tüte zuhalten und kurz durchkneten, bis sich die Farbe gut mit dem Reis vermischt hat. Ein hartgekochtes Ei in den Beutel geben und vorsichtig kneten und schütteln.

Umweltfreundlich: Pflanzenfarben

Anstelle von künstlichen Farben kann man übrigens mit nur wenig mehr Aufwand tolle Farben selbst herstellen. Zwar werden diese Pflanzentöne nicht so kräftig wie die gekauften fertigen Färbemittel (daher bei dieser Methode am besten weiße Eier verwenden), jedoch verursachen die Naturfarben auch keine Allergien. Und Kinder finden es sowieso toll, mit verschiedenen Sachen zu experimentieren. Am besten die zerkleinerten Gewürze und Blätter bzw. Tee und Säfte direkt mit ins Kochwasser (mit Essig) geben. Natürlich funktionieren die Naturfarben auch mit der Färbemethode in einzelnen Tassen, besonders wenn kleine Kinder ausprobieren möchten, welches Kraut welche Farbe ergibt.

Folgende Farben gibt es direkt aus der Küche:
Gelbtöne: Safran, Kurkuma oder Kamille (alle gelb),
Orange- und Brauntöne: Zwiebelschalen (gelb bis braun, je nach Kochzeit), Rotbuschtee/Rooibuschtee (beige bis orange) und Schwarztee (beige bis hellbraun)
Rosa- und Rottöne: Preiselbeersaft (rosa), Rote Bete (rot)
Violett- und Blautöne: Heidelbeersaft (blau), Holundersaft (blau), Rotkohl (hellblau bis violett, je nach Kochzeit)
Grüntöne: Spinat (grün), Brokkoli (pastellgrün), Brennnesselblätter (hellgrün), Matetee (lindgrün)

Pfiffig: Ostereier ausblasen

Man benötigt: Einen Eierpikser, einen dünnen Schaschlikspieß sowie eine Spritze (aus der Apotheke). Eine Methode mit zwei Löchern: Die Schale oben und unten mit dem Pikser einstechen, dann die Löcher mit dem Spieß vorsichtig etwas vergrößern. Den Spieß noch einmal quer durch Löcher, Innenhaut und den Dotter schieben. Anschließend mit der Spritze auf einer Seite Luft in das Ei pressen (über einer Schüssel!), der Dotter läuft auf der anderen Seite heraus. Nun die Eier noch einmal mit klarem Wasser gut durchspülen und trocknen lassen. Für kreislaufstabile Leute mit einem ausdauernden Atem: Kräftig in eins der Löcher hineinblasen, bis der Dotter aus dem zweiten Loch hinausläuft.

Eine andere Methode mit nur einem Loch: Mit dem Pikser nur auf einer Seite ein kleines Loch in das Ei stechen, dieses Loch etwas vergrößern (mit dem Spieß). Mit der Stricknadel oder dem Spieß vorsichtig durch das Loch etwas im Ei stochern, so dass das Eigelb zerstört und die Flüssigkeit leichter aus dem Loch fließen kann. Das Ei mit dem Loch nach unten zeigend über eine Schüssel halten, die Spritze in das Loch im Ei einführen, und die Luft mit der Spritze in das Ei drücken. Der Druck lässt das flüssige Ei aus dem Loch fließen.

Kreativ: Die schönsten Ostereier

Zur Herstellung bunter Deko-Eier gibt es viele verschiedene Möglichkeiten. Für die Verzierung von Eiern dienen je nach Geschmack Tuschfarben, Filzstifte, Wachs, Klebebildchen, Glitzersteine, Perlen, bunte Schnüre, Federn, Pailletten, Blätter und Gräser.

Negativ-Methode mit Blättern und Gräsern: Man benötigt Nylon-Strümpfe, Schnüre oder Gummibänder, verschiedene gesammelte (oder gekaufte) Kräuter, Blätter und Gräser. Die Eier kochen und verschiedene Tassen mit Färbemitteln vorbereiten. Eier abschrecken, dann Blüten, Gräser oder Blätter auf das Ei legen, zum Fixieren den Nylon-Strumpf über Motiv und Ei ziehen und fest zubinden, damit nichts verrutscht. Das Ei etwa fünf Minuten im Farbsud ziehen lassen, herausnehmen, vorsichtig den Strumpf losbinden und Blüte oder Blatt entfernen. Das wunderschöne Ergebnis: Farbige Eier mit weißen Natur-Abdrucken.

Ornamente durch Wachs: In einem Gefäß alte Kerzenreste erhitzen und flüssig halten. Eine Stecknadel mit Metallkopf verwenden (kann auch auf einem Holzstäbchen befestigt werden), die in das heiße Wachs getaucht wird. Mit den kleinen Wachstropfen zeichnet man Muster auf das Ei (Tropfen auf dem Ei ansetzen und dann Striche oder Kringel ziehen). Danach wird das Ei normal gefärbt und getrocknet. Abschließend nur noch das Wachs vorsichtig abkratzen: So entstehen tolle Kreationen.

Praktisch: Die tollsten Bastel-Tipps

• Für das Verzieren von ausgeblasenen Eiern ein kleines Stück Tesafilm über eins der Löcher der Eierschale kleben und einen dünnen Holzspieß hineinstecken. So bleibt das Ei relativ stabil und kann nach dem Bemalen auf dem Spieß zum Trocknen in einen Blumentopf mit Sand (oder ähnlich) gesteckt werden.
• Ausgeblasene Eier gehen besonders in Kinderhänden schnell zu Bruch. Die Schalen einfach wieder verwenden: Mit den kleinen Bruchstückchen lassen sich tolle Mosaike auf andere Eier kleben!
• Zum Aufhängen der ausgeblasenen Eier an einem Zweig: Einen Bindfaden um ein abgebrochenes Streichholz binden und dieses durch eines der beiden Löcher im Ei stecken und etwas schütteln, bis das Hölzchen sich verkantet.
• Tolle Idee: Mit einem Pinsel und gepresstem Zitronensaft kann man auch feine Muster vor dem Färben auf das Ei malen. Denn dort, wo die Eierschale mit Zitronensaft bemalt wurde, nimmt sie die Farbe nicht mehr an. Bepinselte Eier wie gewohnt ins Farbbad geben und etwa drei bis fünf Minuten ziehen lassen.

Web-Tipps
Hier findest Du noch weitere Tipps, Rezepte und Informationen rund um das Osterfest:
http://www.osterseiten.de
http://www.osterstadt.de