Köstliche Geschenke aus der Küche
Köstliche Geschenke aus der Küche

Heutzutage sind wir nicht mehr darauf angewiesen, die reiche Ernte des Herbstes durch Dörren, Einlegen oder Einkochen haltbar zu machen, um damit über den Winter zu kommen. Dennoch: Hausgemachtes erfreut sich wieder großer Beliebtheit. Da werden Großmutters Rezepte wieder ausgegraben, um die im eigenen Garten oder auf dem Balkon angepflanzten Obst- und Gemüsesorten zu trocknen oder zu köstlichen Marmeladen, Likören und Ölen zu verarbeiten.

Wer sich selbst mit diesen kulinarischen Genüssen verwöhnen möchte oder ein außergewöhnliches Geschenk sucht, der sollte einmal selbst probieren, was man alles in der eigenen Küche machen kann. Leckere Trockenfrüchte selbst herstellen, köstliche Marmeladen einkochen oder ein individuelles Speiseöl selbst kreieren: Wir haben tolle Anregungen für selbstgemachte Köstlichkeiten und kleine Geschenkideen für die Herbst- und Winterzeit!

Marmeladen, Chutneys & Co.

Raffinierte Öle, Marmeladen oder getrocknete Früchte aus der eigenen Küche sind nicht nur eine kostengünstige Alternative zum Supermarkt, sondern schmecken auch viel besser und sind einfach zubereitet. Selbstgemachte Marmeladen aus den besten Zutaten der Saison liegen voll im Trend und schmecken unvergleichlich gut. In Deutschland ist übrigens laut Lebensmittelgesetz die Bezeichnung Marmelade nur noch für Produkte aus Zitrusfrüchten zulässig, ansonsten darf ein Brotaufstrich aus anderen Früchten nur Konfitüre genannt werden. Konfitüren sind Fruchtaufstriche aus einer oder mehreren zerkleinerten Fruchtarten und können auch Fruchtstücke enthalten. Gelees enthalten keine Fruchtstückchen, sie werden aus reinem Fruchtsaft oder einem Fruchtsaftgemisch zubereitet. Zu den süßen Marmeladen, Konfitüren und Gelees gibt es auch pikante Alternativen: Die sogenannten Chutneys oder Relishes sind exotische Würzsaucen, die ursprünglich aus fernöstlichen Ländern stammen. Für diese Spezialitäten werden zum Beispiel frische oder getrocknete Früchte oder Gemüsesorten, Zwiebeln, Knoblauch, Ingwer oder Chili verwendet.  Egal, ob mit oder ohne Frucht- oder Gemüsestückchen, die Herstellung ist identisch: Mit Zucker und verschiedenen Gewürzen werden die Zutaten mit einem guten und nicht zu scharfen Essig (Wein- oder Obstessig) eingekocht. Ein Chutney oder Relish sollte nach der Herstellung übrigens noch vier bis sechs Wochen abgedunkelt und kühl gelagert werden, bevor man es genießt oder verschenkt, denn hier entwickeln sich der typische Geschmack und das würzige Aroma erst nach und nach!

Damit Marmeladen, Konfitüren und Gelees lange haltbar sind, benötigt man zum Einkochen Zucker, bei den deftigen Würzsaucen wird als Grundlage Essig verwendet. Außer den Früchten benötigt man bei der Herstellung von Konfitüre Haushalts- oder Einmachzucker bei pektinreichen Produkten wie Äpfeln, Quitten, Johannisbeeren, Rhabarber oder Zitrusfrüchten bzw. Gelierzucker bei pektinärmeren Früchten wie zum Beispiel Erdbeeren, Birnen, Kirschen oder Himbeeren. Als Faustregel gilt: Je pektinreicher die Früchte sind, desto kürzer ist die Kochzeit. Außerdem braucht man: Fest verschließbare, kleine Einmach- oder Marmeladengläser (vorab mit heißem Wasser und Spülmittel reinigen und nur abtropfen lassen, nicht abtrocknen!), Kochtöpfe sowie einen Kochlöffel zum Umrühren und eine Schöpfkelle für den Schaum.

So gelingt das Einkochen

Für eine Marmelade bzw. eine Konfitüre ein Kilo oder mehr Früchte waschen, entkernen, zerkleinern (am besten mit einem Pürierstab) und eventuell noch die Masse durch ein Sieb streichen, um letzte Kerne oder Schalenreste herauszufiltern. Die Masse dann, je nach Fruchtart, mit dem passenden Zucker im Verhältnis 1:1 in einen Topf geben und aufkochen – auf 1 kg Früchte kommt also 1 kg Zucker. Außerdem kann man als Konservierungsmittel ein Päckchen Zitronensäure (5 g) zugeben. Hinweis: Bei der Verwendung von Gelierzucker bitte immer die Hinweise auf der Verpackung lesen, hier gibt es auch andere Mischverhältnisse. Da die einzukochenden Früchte leicht schäumen, sollte man größere Töpfe verwenden, die nur bis zur Hälfte gefüllt werden. Die Kochzeit richtet sich dann nach Menge und Art der Früchte, mit einer Stunde sollte man aber rechnen. Ob die Früchte schon geliert sind und abgefüllt werden können, zeigt eine Gelierprobe: Etwas von der heißen Fruchtmasse auf eine gekühlte Untertasse geben. Bildet sich ein dünnes Häutchen und wird die Masse schnell fest, kann sie abgefüllt werden. Die kochend heiße Konfitüre dazu möglichst kleckerfrei mit einer kleinen Saucenkelle oder einem Trichter fast randvoll in die Gläser (auf ein feuchtes Tuch stellen, damit sie nicht springen!) füllen und sofort fest verschließen. Damit beim Abkühlen ein Vakuum entsteht, die gefüllten Gläser für mindestens 10 Minuten auf den Kopf stellen.

Dörren im eigenen Backofen

Eine andere Methode, Früchte haltbar zu machen, ist das Dörren. Ob Äpfel, Birnen, Pflaumen oder Bananen: Es lassen sich nahezu alle Früchte trocknen und zu einem leckeren Snack verarbeiten. Es gibt hierfür spezielle Dörrapparate und Automaten, deren Anschaffung sich lohnen kann, wenn man häufiger Nahrungsmittel konservieren möchte. Um Obst im eigenen Backofen zu dörren, braucht man lediglich einige Backbleche oder Gitterroste, Backpapier und Küchentücher. Die beste Temperatur zum Trocknen von Früchten im Backofen liegt meist zwischen 50° und 60° Celsius. Die Backofentür muss hierbei immer einen Spalt geöffnet sein, damit für eine gute Luftzirkulation gesorgt ist und die Feuchtigkeit entweichen kann. Außerdem sollte beachtet werden, dass das Trockengut nicht zu dicht auf den Blechen beieinander liegen darf. Die Trocknung ist ein recht langwieriger Prozess über mehrere Stunden, wobei die Früchte regelmäßig etwa alle 20 Minuten gewendet und auch die Gitter alle 2 Stunden umgeschichtet werden sollten. Während des Trocknungsvorgangs verlieren Früchte etwa drei Viertel ihrer Feuchtigkeit. Bei Äpfeln wird so aus 10 kg frischen Äpfeln nur ein Kilo getrockneter Apfelringe. Dörrobst sollte vor dem Verpacken an der Luft abkühlen. Bei kühler und dunkler Lagerung sind Trockenfrüchte mehrere Monate lang haltbar. Getrocknete Früchte sind aufgrund des hohen Zuckergehalts schnelle Energiespender und liefern viele Ballaststoffe, Mineralstoffe und sekundäre Pflanzenstoffe. Ihr Vitamingehalt ist allerdings geringer als der von frischem Obst, denn bei der Hitze während der Trocknung werden die Vitamine teilweise zerstört. Beim Verzehr von Trockenobst gilt: Viel dazu trinken!

Apfelringe: Raffiniert und einfach

Für Apfelringe geschälte und entkernte Äpfel in etwa 8 bis 10 mm dicke, für "Apfelchips" die Äpfel in dünnere Scheiben schneiden. Damit die Ringe beim Trockenvorgang nicht zu braun und runzelig werden, die Apfelscheiben vorher etwa 10 Minuten in eine Salzwasser-Zitronensaft-Mischung (1 Liter Wasser, 1 Teelöffel Salz, Saft von 2 Zitronen) einlegen. Die Apfelringe können entweder auf Schnüre gefädelt werden und hängend an einem Gitterrost befestigt oder einzeln nebeneinander auf das Blech gelegt werden. Die auf einem Blech liegenden Ringe sollten alle 15 Minuten einmal gewendet werden. Je nach Backofen (vorgeheizt auf 60 Grad) und Dicke der Scheiben sind die Apfelringe zwischen einer bis sechs Stunden fertig, sie sollten außen getrocknet, doch noch weich und elastisch sein. Dieses Verfahren eignet sich übrigens auch gut für Birnen. 100 g getrocknete Äpfel enthalten etwa 250 kcal, 100 g getrocknete Birnen etwa 210 kcal. Unser Tipp: Auf Schnüren aufgefädelte Obstscheiben kann man auch in einem geheizten Zimmer aufhängen und trocknen, das dauert zwar einige Tage, ist aber ein toller Schmuck zu dieser Jahreszeit und duftet wunderbar!

Kräuter und Öle: Vielseitig verwendbar

Zum Trocknen von Kräutern eignen sich besonders die duftenden Kräuter wie Lavendel, Oregano, Rosmarin, Salbei, Thymian, Bohnenkraut, Liebstöckel oder Majoran sehr gut. Am besten hängt man sie frisch geerntet an Schnüren an einem trockenen und dunklen Ort auf. Aus den getrockneten Kräutern kann man hübsche Sträuße binden, angenehm duftende Potpourris und Kräutersäckchen herstellen oder ein leckeres Öl ansetzen. Das Konservieren von Lebensmitteln in Öl ist eine sehr einfache Methode, denn hierbei werden die Zutaten lediglich mit einem guten Speiseöl übergossen und haltbar gemacht. Zum Einlegen von Gemüse, Knoblauch, Käse oder Pilzen in Öl kann man zum Beispiel Oliven-, Sonnenblumen- oder auch Distelöl verwenden. Hinzugefügte Kräuter und Gewürze aromatisieren nicht nur die eingelegten Lebensmittel, sondern geben auch dem Öl einen besonderen Geschmack. Eine Idee für ein würziges Kräuter-Knoblauch-Öl: Je 1 Zweig Rosmarin, Thymian, Majoran und Oregano, 2 Knoblauchzehen, einige Fenchelsamen sowie Sonnenblumenöl. Die Knoblauchzehen abziehen und vierteln, mit den Kräuterzweigen und Samen in ein Glasgefäß geben und mit Öl auffüllen. Wer möchte, kann für etwas mehr Schärfe auch eine Chilischote hinzugeben. So ein Öl sieht nicht nur als Geschenk toll aus, sondern macht sich auch in der eigenen Küche gut – und den leckeren Eigenkreationen sind hier keine Grenzen gesetzt. Damit sich das Aroma voll entwickeln kann, sollte ein angesetztes Öl immer einige Tage in einem kühlen, dunklen Raum durchziehen.

Hübsch verpackt und mitgebracht

Selbstgemachte Delikatessen sind etwas Besonderes und kommen als Mitbringsel immer gut beim Beschenkten an, denn diese Geschenke sind persönlich und mit viel Liebe zubereitet worden. Man benötigt auch nicht viel kulinarisches oder kreatives Talent, um in der Küche ganz individuelle Köstlichkeiten selbst herzustellen und hübsch zu verpacken. Angesetzte Liköre kann man mit oder ohne Früchte in formschöne Flaschen füllen. Marmeladen, Chutneys und Co. sind am besten in fest verschließbaren Gläsern aufgehoben, wobei man noch ein hübsches Stück Stoff auf den Deckel legen und festbinden kann. Selbstgemachte Pralinen, Kekse oder andere Leckereien verpackt man in einer dekorativen Metalldose oder wickelt sie in durchsichtige Tütchen ein. Die Gläser, Töpfe, Flaschen oder Tüten kann man mit einem goldenen oder silberfarbenen Stift individuell beschriften. Anschließend noch das Gefäß mit farbigen Bändern, Juteschnüren, Schleifen oder Anhängern je nach Anlass und Geschmack verzieren – und fertig ist ein wunderbares Geschenk!
Extra: Buch- Tipps
„Köstliche Geschenke aus der Küche selber machen“
Naumann und Goebel 2010, ISBN 978-3625128212, Gebunden 7,95 Euro

Stroner "Selbst gemacht & mitgebracht: Geschenke aus der Küche"
Kosmos 2009, ISBN 978-3440121306, Gebunden 14,95 Euro

Költringer "Geschenke aus dem Garten selbst gemacht"
Blv Buchverlag 2010, ISBN 978-3835406827, Gebunden 14,95 Euro

Rasmussen/Skovdal "Kleine Geschenke aus der Küche"
Busse + Seewald 2008, ISBN 978-3512033179, Gebunden 9,95 Euro

Wecker "Geschenke aus meiner Küche"
Dorling Kindersley 2010, ISBN 978-3831017263, Gebunden 19,95

Zemanek "Trocknen & Dörren: Obst, Kräuter, Gemüse und Pilze"
Stocker 2010, ISBN 978-3702012595, Sondereinband 16,90 Euro

Walden/Gill "Marmeladen, Öle, Chutneys. 250 Feinschmeckerrezepte - süß oder pikant"
Christian 2009, ISBN 978-3884724552, Taschenbuch 12,95 Euro